Bremer Aktionstag gegen rassistische Sondergesetze!

Gegen Iso­la­ti­on und Aus­gren­zung – Glei­che Rech­te für alle! Bre­mer Ak­ti­ons­tag gegen ras­sis­ti­sche Son­der­ge­set­ze. So­for­ti­ger Stopp der Zwangs­un­ter­brin­gung in Sam­mel­la­gern!

am Sams­tag, 14. Mai 2011

Die Auf­stän­de in der ara­bi­schen Welt wur­den zwar in Eu­ro­pa ein­hel­lig be­grüßt, nicht will­kom­men sind den Re­gie­run­gen je­doch Flücht­lin­ge und Mi­gran­tIn­nen von dort oder aus an­de­ren Re­gio­nen, die ihr Grund­recht auf Rei­se­frei­heit wahr­neh­men. Sie wer­den wei­ter­hin mit allen Mit­teln be­kämpft, vor allem durch Schif­fe und Hub­schrau­ber der EU-​Grenz­schutz­agen­tur FRON­TEX. Aber auch für Men­schen, die es bis in die Fes­tung Eu­ro­pa ge­schafft haben, ist das Leben von sys­te­ma­ti­scher Ent­rech­tung und Dis­kri­mi­nie­rung be­stimmt. Im „Asyl­be­wer­ber­leis­tungs­ge­setz“ ist fest­ge­schrie­ben, dass Flücht­lin­ge in Deutsch­land unter er­bärm­li­chen Be­din­gun­gen in Flücht­lings­la­gern leben sol­len. Sie wer­den von Sach­leis­tun­gen der Be­hör­den ab­hän­gig ge­macht, ein aus­rei­chen­der Zu­gang zu Ge­sund­heits­ver­sor­gung wird ihnen ver­wehrt.
Flücht­lin­ge er­hal­ten einen So­zi­al­leis­tungs­satz, der noch mal ein Drit­tel ge­rin­ger ist als der so­wie­so schon men­schen­un­wür­di­ge Nor­mal­be­trag und der oben­drein seit 1993 (!) nicht er­höht wurde. Die Ab­hän­gig­keit der Flücht­lin­ge von den mick­ri­gen So­zi­al­leis­tun­gen wird dar­über hin­aus durch Ar­beits­ver­bo­te und nach­ran­gi­gen Ar­beits­markt­zu­gang ge­setz­lich ze­men­tiert. Das heißt kon­kret: ein Job kann nur dann an­ge­tre­ten wer­den, wenn nie­mand mit EU-​Pass oder an­de­ren be­vor­rech­tig­ten Pa­pie­ren dafür zur Ver­fü­gung steht. Zudem wird der Zu­gang zu Deutsch­kur­sen, Bil­dung und Aus­bil­dungs­mög­lich­kei­ten sys­te­ma­tisch er­schwert. Gleich­zei­tig wird Flücht­lin­gen das Men­schen­recht auf Be­we­gungs­frei­heit durch die so ge­nann­te „Re­si­denz­pflicht“ ab­er­kannt. Diese und wei­te­re ras­sis­ti­sche Son­der­ge­set­ze bil­den ge­mein­sam einen Ge­set­zes­kom­plex von Un­ter­drü­ckung und so­zia­lem Aus­schluss. Ziel die­ser staat­lich ver­ord­ne­ten Aus­gren­zung ist es, Flücht­lin­ge leich­ter ab­schie­ben zu kön­nen und Men­schen davon ab­zu­schre­cken, über­haupt erst nach Deutsch­land zu kom­men.

In Bre­men gibt es neben der „zen­tra­len Auf­nah­me­stel­le“ in Ha­ben­hau­sen drei Sam­mel­la­ger, in denen die Men­schen auf sehr be­eng­tem Raum leben: in Huch­ting ein Con­tai­ner­la­ger mit 150 Plät­zen ge­gen­über einem Re­cy­cling­hof im Klein­gar­ten­ge­biet (War­damm), das Lager Has­tedt mit 170 Plät­zen (Lud­wig-​Quid­de-​Stra­ße), sowie in Ve­ge­sack in der Jo­hann-​Lan­ge-​Stra­ße. Vor we­ni­gen Wo­chen hat die Bre­mer Re­gie­rung be­schlos­sen, dass Flücht­lin­ge min­des­tens ein Jahr lang im Lager woh­nen müs­sen. Was schein­bar als Ver­bes­se­rung daher kommt (bis­her waren es sogar drei Jahre und in Bre­mer­ha­ven sind es zwei), be­deu­tet den­noch für 500 Men­schen in Bre­men ein Leben in Still­stand und Iso­la­ti­on. Oben­drein fin­den viele auch nach Ab­lauf der Frist ein­fach keine Woh­nung. Das liegt nicht zu­letzt daran, dass sich z.B. die bre­men­ei­ge­ne GE­WO­BA, eben­so wie die meis­ten an­de­ren Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten, wei­gert, an Men­schen zu ver­mie­ten, die nur Pa­pie­re für drei oder sechs Mo­na­te haben.

Ob in Gif­horn, Mei­nin­gen oder Augs­burg – an vie­len Orten in ganz Deutsch­land weh­ren sich Flücht­lin­ge mit Streiks und Pro­tes­ten gegen un­er­träg­li­che Le­bens­be­din­gun­gen (http://​thecaravan.​org). In Bre­men for­dern nun Men­schen, die aus Af­gha­nis­tan, Irak, Iran und an­de­ren Län­dern nach Bre­men ge­flo­hen sind, am 14. Mai ge­mein­sam mit an­de­ren Ak­ti­ven und Un­ter­stüt­ze­rIn­nen:

Woh­nun­gen statt Zwangs­un­ter­brin­gung für alle Flücht­lin­ge in Bre­men!
Keine Ar­beits­ver­bo­te! Keine Ab­schie­bun­gen!

Ras­sis­ti­sche Son­der­ge­set­ze müs­sen ab­ge­schafft wer­den. JETZT!

Dis­kri­mi­nie­ren­de Maß­nah­men gegen Flücht­lin­ge sind nicht re­for­mier­bar – Men­schen­wür­de und Be­we­gungs­frei­heit sind nicht ver­han­del­bar!

Pa­pie­re für alle!

Es rufen auf:
Me­di­netz Bre­men, So­zia­lis­ti­sche Par­tei Iran, Ka­ra­wa­ne für die Rech­te der Flücht­lin­ge und Mi­gran­tIn­nen, Flücht­lings­in­itia­ti­ve Bre­men, Ju­gend­ple­num „Stay!“, À gau­che- linke Jugendgruppe, In­itia­ti­ve „Du hast Rech­te“, No­la­ger Bre­men, an­ti­ras­sis­ti­sche Grup­pe Po­ly­pol, Flücht­lings­rat Bre­men, Ara­bi­sche In­itia­ti­ve, Ver­ein für die Un­ter­stüt­zung af­gha­ni­scher Flücht­lin­ge

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