Abschiebung von Fitim nach Serbien verhindern!

entnommen von: http://hiergeblieben.blogsport.de/

Die Stadt Delmenhorst (Niedersachsen) plant am 31. Mai die Abschiebung eines 28jährigen Ashkali aus dem Kosovo nach Serbien.
Fitim M., unverheiratet und kinderlos, lebt zusammen mit seinen Eltern und elf Geschwistern seit 1993 in Delmenhorst, nachdem sie 1992 aus Istok (Kosovo) fliehen konnten.

Seither lebt er mit Aufenthaltsbefugnis (!) und anschließend mit Fiktionsbescheinigung in Niedersachsen. Trotz des mehrjährigen Schulbesuches in Delmenhorst, trotz einer attestierten 50%igen Behinderung, die ihn in vielen Lebenslagen einschränkt, und trotz der Tatsache, dass seine Familie in Deutschland lebt, ist ihm ein Aufenthalt verwehrt geblieben. Und das seit fast 20 Jahren. Im Gegenteil: Nun droht die Ausländerbehörde, ihn um 4 Uhr morgens abzuholen und nach Serbien abzuschieben. Diesen Akt begründet die Ausländerbehörde in Delmenhorst offenbar damit, dass Fitim vor fünf Jahren straffällig geworden sei.

Aktuell sind bundesweit 10.000 Menschen von der Abschiebung nach „Ex-Jugoslawien“ bedroht. In ein Land, in dem Fitim als Ashakli ausgegrenzt, verfolgt und diskriminiert wird – wie es unzählige Berichte von Menschen-rechtsorganisationen belegen – abgeschoben werden.

Nach 20 Jahren, soll Fitim, der wie seine Eltern im Status der Aufenthalts-befugnis bzw. mit Fiktionsbescheinigung in Delmenhorst lebt, in die schiere Unsicherheit abgeschoben werden. Die Asylanträge wurden abgelehnt und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben blieb ihnen verwehrt. Die tägliche Angst vor der möglichen Abschiebung war stets fester Bestandteil ihres Alltags in Deutschland.

Wir, viele Organisationen, Verbände, Parteien und Einzelpersonen aus Delmenhorst und aus der weiteren Region, möchten uns gegen die drohende Abschiebung wehren und die gängige rassistische Abschiebepraxis grundlegend kritisieren. Jeder Mensch soll dort leben, wo er oder sie es möchte, unabhängig der restriktiv-repressionistischen Flüchtlingspolitik der Bundesregierung.

Kein Mensch ist illegal!

Straffälligkeit? In seinem Fall bedeutet „straffällig“ das unbeabsichtigte Hineingeraten in eine körperliche Auseinandersetzung zweier Gruppen; eine Situation, in der er selbst niemanden angriff und später einzig aufgrund der nachgewiesenen Anwesenheit zu insgesamt 50 Tagessätzen verurteilt wurde.

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