Veranstaltungsreihe „Nie wieder!“

Nie wieder Faschismus! Veranstaltungsreihe zum 70. Jahrestag der Befreiung

2015 ist das Jahr, in dem sich die bedingungslose Kapitulation und die Befreiung vom Naziregime zum siebzigsten Mal jähren. Ebenso jährt sich die Befreiung einer Vielzahl von Konzentrationslagern durch alliierte Streitkräfte. Nach wie vor ist es unfassbar, was für Gräuel der deutsche Faschismus samt seinem Antisemitismus hervorgebracht hat und wie vielen Menschen, besonders Jüdinnen und Juden, er das Leben kostete.
Mit unserer Veranstaltungsreihe „Nie wieder!“ wollen wir einen Beitrag zum Gedenken an all die Menschen leisten, die der Repressions- und Vernichtungspolitik von Nazi-Deutschland zum Opfer fielen. Sie soll auch dem Ziel dienen, sich ein umfassendes und schärferes Bild von den damaligen Ereignissen zu machen. Denn gerade jetzt, wo sich Rassismus und andere Ausgrenzungsmechanismen wieder so laut wie lange nicht mehr artikulieren, muss sich auch vor Augen gehalten werden, zu was der Faschismus imstande ist. Ebenso müssen wir der Forderung, dass „Auschwitz nicht noch einmal sei“ Nachdruck verleihen.
Als Beitrag hierzu wird es verschiedene Veranstaltungen geben, bei denen wir uns näher mit der Thematik auseinandersetzen. So organisieren wir im Rahmen dieser Reihe auch Gedenkstättenfahrten und besuchen Orte, an denen das NS-Regime konkret Gräueltaten verübt hat.
Organisiert wird diese Veranstaltungsreihe vom Bund Deutscher Pfadfinder_innen Bremen und von à Gauche Bremen.


Überblick zur Geschichte Nationalsozialismus und Kontextualisierung
Tagesseminar – 14.02., 11-18 Uhr, BDP-Haus am Hulsberg

Zu Beginn der Veranstaltungsreihe wollen wir einen Überblick zur Geschichte des Nationalsozialismus geben. Wie war die politische Entwicklung im Deutschen Reich? Welche unterschiedlichen Entwicklungsstufen können für den Zweiten Weltkrieg und die Judenverfolgung auf europäischer Ebene ausgemacht werden? Das Tagesseminar wird in zwei Hälften stattfinden. Zuerst wird sich dem Thema „Antisemitismus. Ursprung und Kontinuität“ angenommen. Nach einer Mittagspause fährt das Seminar mit „Gleichzeitigkeit der Ungleichzeitigkeit-Kontextualisierung der Judenverfolgung durch das Nationalsozialistische Deutschland“ fort.
Die Teilnehmer_innen sollen gemeinsam unterschiedliche Wissensstände aufarbeiten und sich eine gemeinsame Grundlage erarbeiten. Geleitet wird das Seminar von Andreas Kahrs und Anne Lepper.
Um eine Anmeldung bis zum 09.02. 2015 unter lv.bremen@bdp.org wird gebeten.
Alter: 16 bis 27 Jahre
Kosten: 0 bis 10 Euro

Naziverbrechen in der (diakonischen) Jugendarbeit in Bremen 1933-45 in den „Fürsorgeanstalten“
Vortrag und Diskussion mit Rodolfo Bohnenberger – 03.03., 19:30 Uhr, BDP-Haus am Hulsberg

„Fürsorge“erziehung zwischen 1933 und 1945 konzentrierte sich in Bremen auf fünf evangelische Anstalten: das „Isenbergheim“, das „Marthasheim“, sowie das „Mädchenwaisenhaus“ für Mädchen; der „Ellenerhof“ und das „St. Petri Knabenwaisenhaus“ für Jungen. Wie waren die Lebensumstände für die Kinder und Jugendlichen in diesen Heimen? Welche Rolle spielten Zwangsarbeit und Deportation in den Heimen? Auch 70 Jahre nach Ende des Krieges gibt es nur wenig Aufarbeitung und keinerlei Gedenken an die Opfer. Die Veranstaltung soll einen kleinen Beitrag zur kritischen Aufarbeitung der Geschichte in den Bremer Fürsorgeanstalten liefern.
Eine Abendveranstaltung mit Diplom-Sozialpädagoge Rodolfo Bohnenberger; in der Jugendhilfe tätig und als ver.di-Gewerkschafter engagiert.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Orte im (Un)Bewusstsein einer Stadt
Gedenkfahrt nach Berlin – 25.03.-27.03.

Das Bild der Stadt Berlin wurde 1933-45 in vielerlei Hinsicht erschüttert. Hitler arbeitete zum einen an einem neuen, aber zum anderen auch an einem größeren Berlin. Diese architektonischen Maßnahmen gepaart mit Krieg, Verfolgung und Zerstörung verlieh der Stadt so langzeitig ein neues Antlitz. Wie verlief dieser politische und städtische Wandel? Was waren die Schauplätze nationalsozialistischen Handelns? Was hat es mit den sogenannten „frühen“ Konzentrationslager und „Schutzhaftabteilungen“ auf sich? Mit diesen und anderen Fragen werden wir uns auf der Fahrt sowohl in Workshops, aber auch auf den Straßen Berlins beschäftigen. Ein Besuch im jüdischen Museum Berlin ist ebenfalls vorgesehen.

Seminarleitung: Andreas Kahrs und Anne Lepper.
Für die Fahrt wird ein Teilnahmebeitrag von ca. 40,- kosten. Die Teilnehmer_innenanzahl ist auf 15 begrenzt. Deshalb bitten wir um rasche Anmeldung bis zum 06.03.15 unter lv.bremen@bdp.org.
Alter: 16 bis 27 Jahre
Kosten: ca.40 Euro

Das Konzentrationslager Neuengamme 1938-1945 und seine Nachgeschichte
Gedenkstättenfahrt zum KZ Neuengamme – 14.05.

Südöstlich von Hamburg befand sich von 1938 bis 1945 das größte Konzentrationslager Nordwestdeutschlands, das KZ Neuengamme. Mehr als 100 000 Häftlinge aus ganz Europa waren im Hauptlager und den 86 Außenlagern inhaftiert. Es starben mindestens 42 900 Menschen in Neuengamme, den Außenlagern und bei Kriegsende im Zuge der Lagerräumungen.
Nach dem Krieg wurde das ehemalige Konzentrationslager von den britischen Besatzungsbehörden für 3 Jahre als Internierungslager und darauf von der Stadt Hamburg als Gefängnis genutzt. 1968 entstand am Gelände des KZ ein internationales Mahnmal. Seit Oktober 1981 informieren in Neuengamme Ausstellungen über die Geschichte des Lagers. Im Mai 2005 wurde die Gedenkstätte auf dem Gelände des ehemaligen Häftlingslagers eröffnet.
Wir werden eine Tagesfahrt zum Konzentrationslager Neuengamme unternehmen, um uns die Gedenkstätte und ihre Ausstellungen anzuschauen.

Um eine Anmeldung bis zum 10.05.2015 unter lv.bremen@bdp.org wird gebeten.
Alter: 16 bis 27 Jahre
Kosten: ca. 10 Euro

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1 Antwort auf „Veranstaltungsreihe „Nie wieder!““


  1. 1 Bremen: Schaffen wir zwei, drei, viele Rojavas! 08. Februar 2015 um 15:33 Uhr

    Demo in Bremen:
    Samstag, 21. Februar 2015 – 13.00 Uhr – Leibnizplatz

    https://linksunten.indymedia.org/en/node/134296

    Schaffen wir zwei, drei, viele Rojavas!
    Kobanê ist frei! Es lebe Rojava!

    Am 26.1.2015 wurden die Banden des „Islamischen Staates“ aus der Stadt Kobanê in der nord­syrischen autonomen kurdischen Region Rojava vertrieben. Seit September 2014 hatte der IS Kobanê angegriffen und für Wochen zu großen Teilen eingenommen. Die kurdischen Kampfeinheiten YPG und YPJ sowie PKK haben mit Unterstützung Kobanê vom IS-Terror befreit.
    Die kurdischen Kämpfer*innen haben unseren größten Respekt. Als Einzige stellen sie sich dem mörderischen IS entgegen, der alle abschlachtet, die sich ihm nicht unterwerfen. In Kobanê haben sie dem IS seine erste große Niederlage beigebracht.

    Rojava?
    Kobanê liegt in der Mitte der kurdischen Region Rojava in Nordsyrien an der Grenze zur Türkei. In Rojava hat die Bevölkerung 2011 ein selbstverwaltetes Gesell­schaftsmodell auf der Grundlage von Freiheit und Gleichberechtigung ins Leben gerufen: Basisdemokratische Strukturen und gewählte Räte bestimmen die Politik. Verschiedene Religionen, Ethnien und Minderheiten leben gleichberechtigt miteinander.

    Im Zentrum von Rojava steht die basis­demokratische Selbstverwaltung.
    Das heißt, die Menschen haben sich von unten organisiert. Jede Straße verfügt über eine eigene Versammlung, wo die Nachbarn zusammenkommen und darüber diskutieren, wie sie ihr Zusammenleben gestalten wollen. Aus jeder Versammlung gibt es eine Verantwortliche, die die Entscheidungen in die Versammlungen der nächsthöheren Ebene trägt – im Stadtteil, in der Stadt usw. So wurde innerhalb kurzer Zeit eine ganze Region politisiert. Die Menschen denken mit, treffen Entscheidungen und handeln sie solidarisch miteinander aus. Besonders emanzipatorisch und fortschrittlich sind für uns die Frauenrechte und die Flüchtlingspolitik.
    Das Projekt Rojava ist eine große Hoffnung, nicht nur für die Menschen der Region, sondern für alle, die ein basisorientiertes Gesellschaftsmodell dem hiesigen „Normalzustand“ mit Rassismus, Sexismus und kapitalistischer Verwertungslogik vorziehen. Wir wollen auch hier eine andere Politik, die sich nicht an der Markt­logik orientiert, sondern an den Bedürfnissen der Menschen!

    Rojava braucht unsere Solidarität!
    Der Sieg von Kobanê ist ein Sieg der Menschlichkeit. Es ist ein Sieg aller Kräfte, die für eine gemeinsame und demokratische Zukunft in Rojava und im ganzen Nahen Osten eintreten. Doch der IS mordet weiter und bedroht auch Rojava in Syrien und das jesidische Shingal im Irak. Hunderttausende Menschen sind auf der Flucht. Tausende Frauen und Mädchen sind noch immer versklavt. Der IS beansprucht mit seiner Ideologie ein Großkalifat, das die Gebiete der Staaten Syrien, Irak, Libanon und Israel umfassen soll. Seit Mitte Januar wird die Stadt Haseke im Kanton Cezire von der Syrischen Armee angegriffen.

    Die Befreiung von Kobanê war nur die erste Etappe.
    Jetzt geht es darum, die ganze Region von den Banden des IS zu befreien. Kobanê ist zu einem großen Teil zerstört. Es braucht Hilfe für die Flüchtlinge und den Wiederaufbau der Stadt.

    Wir fordern mit den Menschen von Rojava:
    Die Anerkennung von Rojava als demokratisches Gesellschaftsmodell!
    Die Türkei muss die Unterstützung für den IS beenden!
    Die Errichtung eines Hilfskorridors für Rojava – für humanitäre Hilfe und den Wiederaufbau der Infrastruktur!
    Das PKK-Verbot in Deutschland muss ­auf­gehoben werden!

    +++ Kobanê ist befreit +++ Der IS ist besiegbar +++ Solidarität mit Rojava muss weitergehen! +++

    Kurdistan Solidaritätskomitee Bremen
    sokubremen.wordpress.com

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